Akkordeonclub Blau-Weiß Bensheim

Akkordeonclub Blau-Weiß
Marktplatz Bergstraße 29. März 2018:

Alle Ämter wurden neu besetzt

"Blau Weiß" hat seinen Vorstand gewält / Solistenkonzert am 10. Juni

Vorstand 2018, © ACB
Von links: Daniel Gumb, Renate Jahn, Heidi Räbiger, Martin Pieroth, Bernward Pieroth, Ruth Ameis, Tobias Schreiber, Jürgen Schröder, Stephanie Jacobi (fehlend: Barbara Jakob, Manfred Spitzner, Rüdiger Klein). Foto: ACB

Bensheim (red). Der "Akkordeonclub Blau-Weiß Bensheim" (ACB) hat seinen Vorstand gewählt. Alle zwölf Ämter wurden jetzt während der Hauptversammlung neu besetzt. Es gab zwei Enthaltungen. Die als Vorsitzende in der Doppelspitze bestätigte Heidi Räbiger führt den Verein zusammen mit der neu gewählten Vorsitzenden Barbara Jakob, der Nachfolgerin von Vorstand Tobias Bergemann, der nicht mehr kandidierte.
Jakobs vormaliges Amt als zweite Rechnerin versieht jetzt die neu gewählte Stephanie Jacobi. Bernward Pieroth wurde als erster Rechner bestätigt. Manfred Spitzner folgt Martin Pieroth als Schriftführer, gemeinsam mit Daniel Gumb, der als Schriftführer bestätigt wurde. Als Beisitzer gewählt wurden Ruth Ameis, Jürgen Schröder, Tobias Schreiber, Renate Jahn, Martin Pieroth. Rüdiger Klein ist als Ehrenvorsitzender ebenfalls Beisitzer.
Die Versammlung, überwiegend aktive Musiker des 1. Orchesters, sprach den scheidenden Vorstandsmitgliedern Tobias Bergemann (Vorsitzender) und Martin Pieroth (Schriftführer) ihren großen Dank aus und hielt Rückschau auf ein sehr erfolgreiches musikalisches Jahr, in dem das 1. Orchester unter der musikalischen Leitung von Eduard Ungefucht und die von Heidi Räbiger geleiteten Hobbies insgesamt neun Konzerte gegeben hatten. Ebenfalls positiv wurde die Entwicklung der Nachwuchsarbeit mit derzeit zwölf Schülern beurteilt.
Für die Ausbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen stehen dem Verein zwei qualifizierte Akkordeonlehrer, Marcel Weyrauch und Eduard Ungefucht, zu Verfügung. Die Übungsstunden und Proben finden an mehreren Bensheimer Schulen und in einem eigens von der Stadt Bensheim bereitgestellten Raum statt. Für das neue Schuljahr sind neue Schnupperkurse und der Aufbau eines Jugendensembles geplant.
Das nächste musikalische Ereignis ist das Solistenkonzert mit den international bekannten russischen Virtuosen Vladimir Grachev (Bajan) und Tatiana Gracheva (Mandoline, Domra) am Sonntag, 10. Juni 2018 um 17 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Bensheim-Schwanheim, bei dem ein feines Mandolinenkonzert von Antonio Vivaldi und die komplette Arlesienne von Georges Bizet zu Gehör gebracht werden sowie Musik des wunderbaren Astor Piazzolla und überraschend wohlklingende zeitgenössische Werke aus Russland, einige speziell für dieses Konzert komponiert.

Bergsträßer Anzeiger 14. November 2017:

Tango-Rhythmen neben Bach und Bizet

Akkordeonclub: Viel Applaus für eindrucksvolles Konzert in der Kirche Heilig Kreuz

1.Orchester Heilig Kreuz, © ACB
Der Akkordeonclub "Blau-Weiß" gab in der sehr gut besuchten Pfarrkirche Heilig Kreuz ein beeindruckendes Konzert. Unser Bild zeigt Dirigent Eduard Ungefucht und das 1. Orchester des ACB. Foto: ACB

AUERBACH. Mit anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen bedankte sich das zahlreich erschienene Publikum für das Jahreskonzert des Akkordeonclubs "Blau Weiß" Bensheim (ACB) in der fast voll besetzten Auerbracher Heilig-Kreuz Kirche.
Drei Formationen des Akkordeonclubs boten aktuelle Interpretationen besonders schöner, selten gespielter Stücke aus ihrem reichen Repertoire - sehr zur Freude der Zuhörer, die das Wiederhören ebenso genossen wie die Begegnung mit Neuem. In abwechslungsreicher Folge erklang Klassisches aus Barock, Romantik und Gegenwart: Musik zum Träumen und natürlich Tango.
Zur Eröffnung spielte das 1. Orchester unter Leitung von Eduard Ungefucht "Präludium und Fuge BWV 555" von Johann Sebastian Bach in Bearbeitung von Hans Luck, gefolgt von der "Suite Gothique" von Léon Boéllmann. Das 1895 zur Einweihung der Orgel in der Kathedrale Notre Dame in Dijon komponierte spätromantische Orgelwerk kam in der Bearbeitung für Akkordeon-Orchester von Adrej Mouline/Paul de Bra voll zur Wirkung.
Die sonst vom Organisten durch Phrasierung und Registrierung erzeugte intensive Stimmung in den sehr unterschiedlichen vier Sätzen von pompös, innig, fröhlich und gruselig-ergreifend bis hin zum furiosen Finale der Toccata wurde vom Orchester dank der großen Bandbreite musikalischer Ausdrucksmöglichkeiten des Akkordeons nuancenreich herausgearbeitet. Für die beeindruckende Darbietung gab es heftigen Applaus.
Zur Entspannung servierten die "Hobbies" anschließend Louis Armstrongs "Wonderful World" und das bekannte "Londonderry Air", ehe das siebenköpfige ACB-Ensemble mit besonderen musikalischen Leckerbissen aufwartete: Zunächst "Piere et Breceuse" (1870), ein fein dargebotenes romantisches Werk für Konzert-Harmonium von Alexander Guilmant im Arrangement von Stefan Kutscher, dann das dreisätzige "Konzert in d-Moll" von Alessandro Marcello (1673-1747), im Original für Oboe und Streicher, mit Ilona Spitzner am Elektronium als Solistin glänzend dargeboten: Schließlich folgte der melancholische Tango "Tanti anni prima" von Astor Piazzolla (1984) in Bearbeitung von Hans-Günther Klöz, tief nachempfunden von Stephanie Jacobi am Solo-Akkordeon.
Abgerundet wurde das Programm vom 1. Orchester mit dem Menuett aus der Suite "L'Arlesienne" von Georges Bizet, dessen duftig feine Interpretation beim Publikum besonders gut ankam. Den Schlusspunkt setzen die 20 Orchestermusiker mit "Inmortal - In Memoriam A.P." von Hans Boll (1923-2016). Das für Akkordeonorchester komponierte Werk, eine Huldigung an den 1992 verstorbenen Astor Piazzolla, zeichnet gleichsam ein dramatisches Bild vom wechselvollen Lebensweg des großen Meisters des Bandoneons, lässt seine typischen synkopischen Rhythmen aufleben, seine unverwechselbaren Staccati, die Zäsuren und harmonischen Wendungen, bis die elegische Stimmung plötzlich mit einem heftigen stürzenden Bach'schen Akkord abreißt und pure Stille hinterlässt.
Eigentlich wäre hiermit das Konzert zu Ende gewesen, aber mit nicht enden wollenden Beifall forderten die Zuhörer mehr. So spielte das Orchester als Zugabe "Fuge g-Moll" von Bach und schließlich noch dessen liebliches "Air". Nur zögernd entschlossen sich dann die Konzertbesucher, ihre Plätze zu verlassen und den Heimweg anzutreten. Man war sich einig: Das war ein tolles Konzert! red

Martkplatz Bergstrasse 07. September 2017

Musik als sanfte Medizin

Akkordeonclub erfreut Patienten in Reha-Klinik

Hobbies 2017, © Wagner
Von links: Ilona Spitzner, Petra Metzner, Heinz Schuster, Sigrid den Ouden, Heidi Raebiger, Renate Jahn, Ulla Neudörfer, Ingrid Tischner, Günter Pech, Regina Sassen, Manfred Spitzner. Foto: ACB

Bensheim (red). Die Hobby-Gruppe vom "Akkordeonclubs Blau-Weiß Bensheim" (ACB) unter Leitung von Heidi Raebiger hat kürzlich einen kleinen Konzertabend in der "Asklepios Hirschparkklinik Alsbach-Hähnlein" gestaltet. Die Patienten erlebten eine bunte Melodienfolge mit Unterhaltungsmusik und Liedern aus aller Welt.

In der 1978 gegründeten Gruppe des ACB spielen Erwachsene, die nach längerer Pause wieder aktiv werden wollten oder erst als Erwachsene das Akkordeon kennen gelernt und daran Spaß gefunden haben. Mit ihrer Musik möchten die "Hobbies" anderen und sich selbst eine Freude bereiten. Die Klinik bedankte sich mit einer Spende, die der Jugendarbeit des Vereins zugute kommt.

Die Aktivitäten des ACB sind breit gefächert. Zwei Musikpädagogen sorgen mit Kursen an mehreren Schulen für fundierte Instrumental-Ausbildung. In vier Spielgruppen finden Liebhaber des Akkordeonspiels aller Fähigkeitsstufen Gleichgesinnte zum gemeinsamen Musizieren. Neue Mitspieler sind willkommen. Die nächsten Konzert-Auftritte sind:

22. Oktober, 10 Uhr, musikalische Gottesdienst-Begleitung, Heilig Kreuz Kirche Bensheim-Auerbach, Weserstraße.

4. November, 17 Uhr, großes Kirchenkonzert, Heilig Kreuz Kirche Bensheim-Auerbach, Weserstraße.

9. November, 16 Uhr, Konzert im Caritasheim St. Elisabeth, Bensheim.

16. Dezember, 14.30 Uhr, Konzert beim VdK in "Vetters Mühle", Bensheim-Zell.

Martkplatz Bergstrasse 13. Juli 2017

Fingerfertige Doppelspitze

Bensheimer Akkordeonisten haben Vorstand bestätigt

Vorstand 2017, © Wagner
Der aktuelle Vorstand (von links): Bernward Pieroth, Barbara Jakob, Tobias Bergemann, Martin Pieroth, Daniel Gumb (fehlt: Heidi Raebiger). Foto: ACB

Bensheim (red). Mit der einstimmigen Wiederwahl aller Vorstandsmitglieder haben die Mitglieder vom "Akkordeonclub Blau-Weiß Bensheim" (ACB) jetzt ihren Vorstand wiedergewählt. Nun wird der ACB von einer Doppelspitze aus zwei Vorsitzenden geführt. Der erste Rechner ist weiterhin Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes.

Wiedergewählt wurden Tobias Bergemann und Heidi Raebiger als Vorsitzende. Erster Rechner ist Bernward Pieroth, weiter Rechner Barbara Jakob, erster Schriftführer Daniel Gumb, zweiter Schriftführer Martin Pieroth. Im erweiterten Vorstand sind die Beisitzer Ruth Ameis, Renate Jahn, Tobias Schreiber, Jürgen Schröder, Heinz Schuster und Ortrun Wagner. Mit von der Partie ist Ehrenvorsitzender Rüdiger Klein.

Nach zahlreichen Aktivitäten im Jubiläumsjahr 2016, unter anderem mit drei großen Konzerten und einer Gastspielreise nach Kassel, plant der ACB neben regionalen Auftritten je ein Vereinskonzert mit allen Spielgruppen und ein Solistenkonzert mit internationalen Virtuosen. Fest geplant ist für Sonntag, 4. November, um 17 Uhr ein Kirchenkonzert unter Leitung von Eduard Ungefucht in der Heilig-Kreuz-Kirche, Weserstraße 3.

Neben dem aktiven Musizieren ist dem ACB die Jugendarbeit ein großes Anliegen. Derzeit kooperiert der Verein mit vier Bensheimer Schulen, wo zwei akadamisch ausgebildete Musikpädagogen vom ACB Grundschulkinder in Schnupperkursen unterrichten. Auch Jugendliche und Erwachsene können beim ACB qualifizierten Unterricht nehmen. Menschen, die bereits Akkordeon spielen, können sich, je nach Fähigkeit und Neigung, einem Ensemble oder Orchester von "Blau-Weiß" anschließen.

Harmonika International 2/2017:

Im Crossover mit klassischen Konzertinstrumenten: Akkordeon-Club "Blau Weiß" Bensheim und "Trio Passionata" beschreiten neue Wege

1.Orchester Kassel 2016, © Sonja Petersen
Konzert im Parktheater Bensheim: Tatiana Gracheva, Violoncello solo, begleitet vom 1. Orchester des ACB unter Leitung von Eduard Ungefucht. Foto: Sonja Petersen

Mit viel Elan und Schwung startet der Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim (ACB) in die neue Saison. Dem südhessichen Verein mit 80-jähriger Erfolgsgeschichte gelang es, in Kooperation mit dem international renommierten "Trio Passionata" Kassel/Paris (Diana Mykhalevych, Violine, Tatiana Gracheva, Violoncello, Michael Kravtchin, Klavier) mit einem Konzert ein Zeichen zu setzen, das musikalisch über gewohnte Grenzen der Akkordeonmusik hinausweist.

Die Idee zu einem gemeinsamen Projekt hatten die Musiker des Trios anlässlich eines Konzertbesuches bei "Blau-Weiß" in Bensheim. Für die rund 20 Orchesterakkordeonisten und ihren Dirigenten Eduard Ungefucht eine Ehre und Herausforderung zugleich, sollten doch mit den professionellen Künstlern gemeinsam die Bearbeitung von fünf russischen Werken uraufgeführt werden, die der Bajan-Virtuose und Komponist Vladimir Grachev (Saratow/RU) speziell für dieses Event geschrieben und dem Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim gewidmet hatte:

Georgi Swiridow (1915-1998), Walzer und Romanze aus "Musikalischen Illustrationen" nach der Novelle "Der Schneesturm" von Alexander Puschkin, bearbeitet für Violine solo und Akkordeonorchester; Peter I. Tschaikowsky (1840-1893), "Nocturne" op. 19 Nr. 4, bearbeitet für Violoncello solo und Akkordeonorchester; Rodion Schtschedrin (* 1932), "Quadrille" aus der Oper "Nicht nur Liebe", bearbeitet für Violoncello solo und Akkordeonorchester sowie Dimitri Schostakowitsch (1906-1975), "Concertino", bearbeitet für Klavier solo und Akkordeonorchester.

Von vorneherein war klar, dass man sich auf eine ausgefallene, vielleicht sogar gewagte musikalische Begegnung einließ, nicht zuletzt hinsichtlich der Abweichung der üblichen Besetzungspraxis. Neugiereig machten sich die Akkordeonisten an die Probe.

1.Orchester Kassel 2016, © Thomas Ergler
Nachtkonzert in Kassel mit Uraufführung von Bearbeitungen russischer Komponisten (von links): Diana Mykhalevych, Tatiana Gracheva, Eduard Ungefucht und Michael Kravtchin (Philippuskirche Kassel-Rothenditmold). Foto: Thomas Ergler

Uraufführung in Kassel bei ausgezeichneter Akustik
Am internationalen Tag der Musik war es dann in Kassel soweit: Das 1. Orchester des ACB unter Leitung von Eduard Ungefucht spielte mit den Künstlern des Trios und Schlagzeuger Mihai Farcas das fünfzehnte in der Reihe der Kassler Nachtkonzerte.

Die ausgezeichnete Akustik der Kirche brachte die musikalische Darbietung optimal zur Geltung. Kaum mit Worten zu beschreiben, der engelsgleiche Klang der Violine in Sviridovs Romanze, das gleichsam hingehauchte Nocturne von Tschaikowsky und die fantastischen Eskapaden des Cellos in Schtedrins Liebesgeschichte, die expressiven Ausführungen des Klaviers in Schostakowitschs Concertino, alles auf feinste dynamisch abgestimmt mit dem Akkordeonorchester. Außer den russischen Uraufführungen standen "Contrasto Grosso" von Jacob de Haan (* 1959) und das bekannte "Dumky-Klaviertrio" op. 90 von Antonin Dvorak (1841-1904) auf dem Programm.

Das Publikum war total fasziniert. Die allermeisten Konzert-Besucher hatten noch nie ein ganzes Akkordeon-Orchester erlebt, schon gar nicht mit "klassischer moderner" Musik in Kombination mit Streichinstrumenten oder Klavier. Die Wirkung blieb nicht aus. Ungläubiges Staunen, Bewunderung und riesiger Beifall aus dem Kirchenschiff.

Erfolge in Bensheim und Viernheim
Der Erfolg ermutigte die Musiker zu zwei weiteren Aufführungen im Parktheater Bensheim und im Großen Saal des Bürgerhauses der Stadt Viernheim, jeweils mit geringen Programmänderungen. So wurde auf Wunsch der Orchesterspieler in Bensheim der "Egyptische Marsch" von Johann Strauß II eingefügt, in Viernheim hatte Ilona Spitzner aus der 1. Stimme wegen einer Verpflichtung der Geigerin in Paris deren Solo am Elektronium übernommen, und statt des "Dumky-Trios" gaben Tatiana Gracheva und Michael Kravtchin die "Sonate für Cello und Piano" op. 40 von Dimitri Schostakowitsch und die "Rumänischen Tänze" von Bela Bartok.

Zun den Aufführungen in Südhessen hatten sich zahlreiche Fans der Akkordeonmusik aus dem In- und Ausland eingefunden, aber auch Freunde von Sinfonie- und Kammermusik. Das Parktheater Bensheim war fast ausgebucht. Die Begeisterung war allenthalben riesengroß. Während die einen total überrascht reagierten, waren Musikkenner angetan vom qualitativ überzeugenden Nivau des Gebotenen, von dem spürbar harmonischen Einvernehmen zwischen Orchester, Solisten und Dirigent, von der hohen Authentizität der musikalischen Interpretation.

Ermutigende Kommentare aus der Fachwelt
"Dynamisch, sauber, musikalisch", gratulierte Viktor Dupper, Bad Ems, Lehrer von Veronika Todorova. Er habe beim Lauschen zeitweise vergessen, dass da ein Akkordeonorchester spielt, was wohl nicht allein an der sehr guten Registerwahl lag. Weiter Komplimente von Kapazitäten aus aller Welt folgten. "Hervorragend! Ausgezeichnete Arbeit! Ein Akkordeonorchester mit gehobenem Nivau!", so Viktor Romanko, Professor in Ekaterinburg/RU. In gleicher Weise kommentierten Bajanisten, Dirigenten und Pädagogen wie J. Bulatov, J. Balachonzev und andere. "Bravo, fein und farbenfroh!" schreibt der ukrainische Bajan-Virtuose Shevket Zmorka.

Auch Vladimir Grachev spricht von "ausgezeichneter Arbeit", die Eduard Ungefucht, sein Orchester und das Trio geliefert haben. Darauf dürften nicht nur die Musiker stolz sein, sondern auch Grachev selbst, als Komponist der Arrangements und Vater der großartigen Cellistin Tatiana Gracheva. Dazu hat es allen große Freude bereitet. "Wir vom Trio sind ganz begeistert von unserer Zusammenarbeit!", resümiere Michael Kravtchin nach dem dritten Konzert. "Es war ein echtes musikalisches Erlebnis, auch für uns etwas ganz Außergewöhnliches, mit Euch zu spielen."

Eine gute Vorausetzung für künftige gemeinsame Projekte. Ortrun Wagner

Bürstädter Zeitung 07. März 2017:

MGV 02 und Volkschor geben Jubiläumskonzert

MGV/Volkschor/ACB, © Gutschalk
Beim gemeinsamen Konzert vom MGV 1902 und Volkschor im Bürgerhaus wurde es voll auf der Bühne. Die Singgemeinschaft gab ein überzeugendes Konzert. Foto: Gutschalk

BÜRSTADT. Es gibt kaum einen Gesangverein in Bürstadt und in der Region, der nicht über den Mangel an Nachwuchssängern klagt. So ist es auch bei der Singgemeinschaft, die Männergesangverein (MGV) 1902 und Volkschor 1907 bilden. Dennoch schaffen es die Gesangvereine immer wieder, das Bürgerhaus zu füllen, ein hochklassiges Konzert abzuliefern und ihre Klasse zu beweisen. So war es auch am Sonntag, als mehr als 400 Besucher das Jubiläumskonzert der Singgemeinschaft erlebten.

Gefeiert wurden mit dem Konzert die 115 Jahre, die der MGV besteht und die 110 Jahre des Volkschors, sowie die 25 Jahre, die Helmut Vorschütz Dirigent beim MGV ist. Das ergibt zusammen 250 Jahre im Paket. MGV-Schriftführer Karlheinz Harfmann zeigte sich zufrieden ob des Zuspruchs, bedauerte lediglich, dass die vorderen Reihen, für die Ehrenkarten ausgestellt waren, teilweise leer blieben. Nun, wer nicht da war, der hat etwas verpasst, denn schon der Einstieg in das Konzert mit dem Gemischten Chor der Singgemeinschaft war ein musikalischer Genuss.

Auf der von Harfmann selbst frühlingshaft dekorierten Bühne erklangen zunächst besinnliche Weisen, bei denen Volkschor-Vorsitzende Anja Kuhn zweimal Soloparts sang. So bei "Für alle", dem deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest 1985. Dekorativ war das Bild der in Anzug und Vereinsschlips singenden Herren und der Damen in weißen Blusen und weinroten Schals. "Freude schöner Götterfunke" ist ein Ohrwurm, der unter die Haut geht und auch "Der Lindenbaum", am Brunnen vor dem Tore, brachte viel Applaus ein. Mit beim Konzert dabei war der Akkordeonclub Blau-Weiß Bensheim, der zunächst im kleinen Ensemble musizierte und anschließend unter der Leitung von Eduard Ungefucht alle Varianten der Akkordeonmusik präsentierte. Von gefühl- bis schwungvoll und von besinnlich bis romantisch hatten die 25 Damen und Herren aus Bensheim alles im Repertoire. Bei diesem Orchester gibt es offenbar keine Nachwuchssorgen.

Helmut Vorschütz, der Musikdirektor des Fachverbands deutscher Berufschorleiter (FdB) ist ein akribischer Dirigent mit viel Herzblut, der seine Sänger mitreißt und auch gerne den einen oder anderen Scherz mit ihnen macht. Bürgermeisterin Bärbel Schader ließ es sich nach der Pause, zusammen mit dem Ersten Stadtrat Walter Wiedermann, nicht nehmen, Vorschütz mit dem Ehrenteller der Stadt Bürstadt für sein großes Engagement auszuzeichnen. Sie flachste mit den meist älteren Herrschaften der Singgemeinschaft und meinte: "Musik spendet Freude. Praktizieren Sie das ruhig weiter, deswegen sehen Sie auch alle so jung aus."

Dann fand sie den Übergang zu Vorschütz mit ausgewählt lobenden Worten und sagte: "Was nutzt ein Chor ohne Chorleiter?" Dabei thematisierte sie das Einfühlungsvermögen von Vorschütz, wie er dirigiert und dabei seinem Chor in die Augen schaut. Für den Geehrten war es eine Überraschung, von der er nichts wusste, die Verantwortlichen hatten ihm im Vorfeld gesagt, dass eine andere Person aus dem Verein von Schader geehrt werde. Vorschütz betonte, dass er kein Freund von Unterbrechungen im Konzert sei, lachte aber und sagte: "Heute mache ich einmal eine Ausnahme."

Munter ging es anschließend in dem anspruchsvollen Programm weiter, als der Männerchor mit mehreren Beiträgen seine ausgezeichnete Qualität bewies. Die knapp 30 Herren intonierten dabei den Klassiker der Männerchöre schlechthin: "Aus der Traube in die Tonne", das fröhliche "A ca" und vor allem den afrikanischen Freiheitssong "Siyahamba". Inzwischen begleitete auch der Pianist Thomas Markowic am Klavier. Beim Chianti-Lied war dann der Funke endgültig vom Chor zum Publikum übergesprungen, dass das Loblied auf den Rotwein aus der Toskana rhythmisch klatschend begleitete.

Kleine organisatorisch erforderlich gewordene Umstellungen des Programmes taten dem Ganzen keinen Abbruch und verlagerten nur das vorgesehene Finale etwas weiter nach vorne. Dabei erklang vielstimmig, von allen Mitgliedern der Chorgemeinschaft gesungen, das Volkslied "Wer recht in Freuden wandern will". Der "Kosakenritt" von Otto Groll und das kroatische Lied "Marina", gesungen vom Männerchor und begleitet vom Akkordeonorchester, rundeten einen äußerst kurzweiligen Spätnachmittag im Bürgerhaus ab. Frank Gumbel

Bergsträßer Anzeigen Zeitung 22. Februar 2017:

Seit 80 Jahren stets mit der Zeit

Akkordeonclub Blau-Weiß Bensheim entwickelt sich positiv / Augenmerk auf Jugendausbildung

Bensheim. Unter den rund 30 ortsansässigen Musikvereinen ist der Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim (ACB) der einzige seiner Art. Seit über 80 Jahren bereichern die Akkordeonisten mit ihren Aktivitäten das kulturelle Leben der Stadt, indem sie musizieren, Proben abhalten, Konzerte durchführen, Jugendliche ausbilden und mit Konzertreisen und Auftritten die Stadt weit über ihre Grenzen hinaus bekannt machen.

Mit dem erklärten Satzungsziel "Pflege, Ausbreitung und Veredlung des Handharmonikaspiels" wurder der Verein im März 1936 von einer Handvoll enthusiastischer Harmonika-Spieler unter dem Namen "1. Bensheimer Handharmonika-Club Blau-Weiß" gegründet. Von Anfang an fand der Verein großen Zuspruch, auch seitens der Jugend, so dass die "Blau-Weißen" schnell zum festen Bestandteil der musikalischen Szene wurden. Trotz Unterbrechung durch die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg ist der Verein bis heute von Kontinuität in der Gemeinschaft und dem Streben nach musikalsicher Qualität geprägt.

Wurde anfangs vorwiegend volkstümlich musiziert, so brachte der Besuch der "Internationalen Harmonika-Musiktage" an Pfingsten 1951 in Radolfszell eine entscheidende Wende in der musikalischen Arbeit. Bei der Begegnung mit großen deutschen und ausländischen Orchestern und Musikern wurde klar, welche gewaltige Aufgabe vor den "Blau-Weißen" lag, wenn sie sich einmal mit diesen fortschrittlichen Spielweise messen wollten.

Tatsächlich gelang es dem "Großen Orchester" bereits 1954, sich die Bezirksmeisterschaft zu erspielen, zusätzlich landete das Jugendorchester auf dem zweiten Platz, der Bensheimer Martin Reichel wurde als Solist Bezirksmeister.

Von nun an gab es praktisch kein Halten mehr. Gelungene Konzerte und gutes Abschneiden bei Wertungsspielen beflügelten Spielfreude und Unternehmungsgeist. 1956 organisierten die "Blau-Weißen" zum ersten Mal die Stadtmeisterschaften, Verbindungen ins In- und Ausland wurden angeknüpft. Konzerte in den verschiedensten Orten der Bundesrepublik , in der französischen Schwerstestadt Beaune, Tourneen durch Portugal, Holland, Türkei, Venezuela, Spanien, sowie Konzerte in Tschechien, Ungarn und Italien folgten.

Die Organisation offizieller Fachtagungen des Deutschen Harmonikaverbandes in Bensheim machten die Stadt quasi zur Hochburg der Harmonikamusik.

Schon Gründungsdirigent Josef Frey war von dem Wunsch nach qualitativ hochwertiger Musik beseelt. Dem kamen nicht nur Fleiß und Begeisterung der Spieler entgegen, sondern mit der Zeit auch die technische Weiterentwicklung der guten alten Ziehharmonika zum ausgereiften Konzert-Akkordeon. Aus dem "1. Bensheimer Harmonika-Club Blau-Weiß" wurde der "Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim", der fast in allen Gernes zuhause ist. Das hoch differenzierte Instrument von heute mit all seinen Registern und faszinierenden Klangmöglichkeiten erlaubt Musizieren auf professioneller Ebene.

Zu den konzertanten Highlights der jüngsten Vergangenheit zählen die Konzerte des 1. Orchesters unter der Leitung von Eduard Ungefucht mit den Solisten Vladimir Grachev, Bajan 2015, Stas Venglevski 2016 und das gemeinsame Konzert mit dem Trio Passionata Kassel mit drei Aufführungen 2016 und 2017. Nicht ohne Stolz verzeichnen die Musiker von Blau-Weiß: "Das Akkordeon ist im Konzertsaal angekommen!"

Damit dies auch in Zukunft so bleibt, hat sich der ACB verstärkt der Jugendarbeit zugewendet. Zurzeit werden rund 30 Kinder von professionellen Akkordeonlehrern des Vereins unterrichtet. Auch Erwachsene können Unterricht nehmen.

Das 1. Orchester mit rund 20 Mitgliedern und Dirigent Eduard Ungefucht spielt aus einem Repertoire von gehobener Unterhaltung über Pop und Jazz bis Klassik und Moderne. Proben finden mittwochs um 19.30 Uhr in der Joseph-Heckler Schule statt.

Das ACB Ensemble mit acht besonders begeisterten und befähigten Spielern spielt aus einem Repertoire anspruchsvoller Literatur, unter anderem Piazolla. Proben sind nach Verabredung möglich.

Die Hobbies mit acht bis zehn Mitspielern bieten Wiedereinsteigern und erwachsenen Anfängern Gelegenheit zum zwanglosen gemeinsamen Musizieren. Proben sind dienstags ab 19.30 Uhr in der Joseph-Heckler Schule angesetzt. zg

Darmstädter Echo 25. Oktober 2016:

Kontraste als Würze des Abends

Liedertafel: Facettenreiches Herbstkonzert mit dem Akkordeon-Club im Bürgerhaus Kronepark

ACB und Liedertafel 2016, © Funck
Erstklassiges Duett: Liedertafel Auerbach und Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim bei ihrem gemeinsamen Herbstkonzert im Bürgerhaus Kronepark. Foto: Funck

AUERBACH (tr/ü). Es war der Dreiklang aus Ausdruck, Dynamik und musikalischer Leidenschaft, mit dem die Liedertafel Auerbach in ihrem facettenreichen Herbstkonzert das Publikum begeistert hat.

Im gut besuchten Bürgerhaus Kronepark servierten die rund 70 Sängerinnen und Sänger ein kurzweiliges Menü aus klassischer und zeitgenössischer Chorliteratur. Ausgarniert mit gelungenen Arrangements aus Pop und Schlager und vortrefflich angereichert durch den Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim unter der Leitung von Eduard Ungefucht.

Nicht die erste Koproduktion mit Bensheimer Ensemble
Als Gastgeber und musikalischer Regisseur führte Johann Leber seinen gemischten Chor sicher durch ein zweistündigen Konzertabend. Es war nicht die erste Koproduktion mit dem Bensheimer Ensembles, das für seine ausgefeilten Interpretationen und plastischen Klangbildern bekannt ist. Und es war auch der dramaturgische Faden des Abends der das Programm so kruzweilig und kontrastreich gestaltet hat. Chor und Orchester kamen alternierend auf die Bühne und verwöhnten das Publikum mit gemeinsamen Auftritten. So etwa das filigran intonierte "Freude klinge in die Welt", das im Bürgerhaus schon fast weihnachtliche Atmosphäre aufkommen ließ.

Musikalische Dichte und eine gehörige Note Verve erstrahlten bei Potpurri aus Evergreens, bei dem die milden Temperaturen im Saal nochmals um zwei, drei Grad zu stiegen schienen. Bei Liedern wie "Das gibt's nur einmal" von Lilian Harvey, "Ich tanz mit Dir in den Himmel hinein" und das von Willi Frost bekannte "Du hast Glück bei den Frau'n Bel ami!" stimmten viele Gäste mit ein.

Doch eine banale Mitsing-Revue war das Herbstkonzert nicht, zu dem Liedertafel-Vorsitzender Peter Neitzel die Zuhörer begrüßte. Es moderierte einmal mehr Marlies Dünkel, die charmant und informativ durch den Abend führte, der vom Chor mit einem hymnischalpinen "Das Tal der Bergen" eröffnet wurde.

"Benia calastoria" heißt die Komposition von Bepi de Marzi, bei der die fein konturierten Stimmen des Chors ihre ganze Wucht und Fülle offenbarten. Tonfarbe, Temperament und Stimmungslage zeigte sich klar ausformuliert, und auch die Feinabstimmung mit dem Orchester wurde immer besser, wie man beim finalen "Kalinka" spüren konnte.

Die eher leichte, aber durchweg aromatische Kost des Chores ("Wo die roten Rosen blühen" mit Solo Peter Neitzel, Maffays "Ich wollte nie erwachsen sein" mit Milena Jockel) erweiterte das Orchester um anspruchsvolle Werke. Darunter Henry Purcellos "Rondo", das baroke Klänge ins Bürgerhaus brachte. Der bekannte "Walzer Nr. 2" von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch gefiel durch die spielerische und sensible, ja tänzerische Art, wie die Musiker das sich wiederholende Thema und die Taktfülle des hoch dynamischen Werks bewältigt haben.

Die Kontraste waren, wie gesagt, die Würze des Abends. Die südafrikanische Gospelhymne "Siyahamba" in der Zulu-Sprache zeigte viel Kraft und Vitalität, Hubert von Goiserns "Weit weit weg" atmete Melancholie und Fernweh. Auch hier bewiesen die Sängerinnen und Sänger großes Einfühlungsvermögen und musikalisch Empathie.

Mit den "Wiener Spezialitäten", so das Programmheft, ging es noch einmal an die Donau. Von Johann Strauss zum lieblichen "Tango Villosa" war es nur ein kleiner Schritt. Das Stück des Niederländers Sietse Wagenmakers wurde eigens für ein Akkordeonensemble komponiert.

Und dann wieder ein musikalischer Bruch: Der Chor inszinierte ein fragiles Trio aus "über den Wolken" (Reinhard Mey), "Dona Maria" vom Brasilianer Herivelto Martins und dem "Halleluja" des israelischen Komponisten Kobi Oshrat, das er 1979 beim Eurovision Song Contest dirigiert und zum Sieg geführt hatte.

Harmonika International 2/2016:

Blau-Weiß Bensheim begeisterte Kinder fürs Akkordeon

Kinder der Akkordeon AG, © Wagner
Auch eine Verbeugung und die richtige Haltung zum Schlussapplaus hatten die Akkordeonkids schon ganz gut drauf. Foto: Wagner

Der Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim (ACB) hat im 80. Jahr seines Bestehens damit begonnen, seine Jugendarbeit zu reaktivieren. In Zusammenarbeit mit der Joseph-Heckler-Grundschule Bensheim zeigten die Allerjüngsten aus den Klassen 1/2 bei einem Abschlussvorspiel ihrer Akkordeon-Arbeitsgemeinschaft, was in einem halben Jahr schon alles bei ihrem Lehrer Marcel Weyrauch gelernt hatten. Und das war nicht wenig.

Der Akkordeon-Pädagoge mit Studienabschluss an der Akademie für Tonkunst Darmstadt erläuterte den Anwesenden, wie er die Kinder in den vergangenen Monate in die musikalischen Grundlagen des Akkordeon-Spiels und des Notenlesen eingeführt hatte. Das Auditorium, bestehenden aus Eltern, Verwandten und Vertretern des Akkordeon-Clubs Blau-Weiß Bensheim, applaudierte begeistert. Die Rufe "Zugabe!" und "Zwei Zugaben!" konterte das muntere Quintett mit "Drei Zugaben". Am liebsten hätten die Kinder gar nicht mehr aufgehört zu musizieren, aber mit diesem Vortrag endete die AG. Im zweiten Halbjahr beginnt eine neue Anfänger-AG, denn auch andere Kinder sollen in den Genuss des Akkordeon-Lernens kommen.

Wie Barbara Jakob vom Vorstand des ACB erklärte, möchte der Verein mit seiner neuen pädagogischen Initiative seine Jugendarbeit reaktivieren mit dem Ziel, Kinder und Jugendlcihe durch aktives Musizieren in ihrer geistigseelischen Entwicklung zu fördern und gleichzeitig dem Vereinsleben eine Zukunftsperspektive sichern.

Die Akkordeon-AG wird als Halbjahreskurs der Heckler-Schule in Kooperation mit dem ACB angeboten. Der Akkordeon-Club stellt dafür seit Beginn des Schuljahres 2015/16 den professionellen Akkordeon-Lehrer, bei dem die Kinder auf Wunsch nach Abschluss der Schul-AG in Einzeln- oder Gruppenuntericht auch weiter Akkordeon lernen können, zu günstigen Bedingungen im Rahmen des Vereins und wie gewohnt in den Räumen der Schule. Ortrun Wagner

Bergsträßer Anzeiger 18. Juli 2016:

Solist mit virtuoser Spieltechnik

AKKORDEON-CLUB BLAU-WEISS: Hochklassiges Galakonzert mit Stas Venglevski in Schwanheim

Stas Venglevski, © Funck
Der Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim hatte zu einem Konzert mit Stas Venglevski ins Schwanheimer Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Foto: Funck

SCHWANHEIM. Virtuosität, technische Brillanz und Leidenschaft kennzeichnen das Spiel von Stas Venglevski. Er ist einer der großen Meister seines Instruments - dem Bajan, der osteuropäischen Form des Chromatischen Knopfakkordeons. Der Musiker versteht es wie kaum ein anderer, den weiten Tonumfang und die voluminöse Bass-Bandbreite in expressive Klangbilder zu übersetzen. Das Publikum im Schwanheimer Gemeinschaftshaus war begeistert: Am Samstag hatte der Akkordeon-Club "Blau-Weiß" Bensheim zu einem Galakonzert der besonderen Art eingeladen. Der Stargast ist derzeit für eine Handvoll Auftritte in Deutschland, Italien und der Schweiz unterwegs.

Höhepunkt im Jubiläumsjahr
Dem musikalischen Leiter des Bensheimer Vereins, Eduard Ungefucht, war es gelungen, Venglevski an die Bergstraße zu holen. Wohl einer der Höhepunkte in der Konzertreihe anlässlich des 80. Vereinsjubiläums. Durch den Abend führte Bernd Rettig. Die Begrüßung übernahm das erste Blau-Weiß-Orchester - Aushängeschild und tragende Säule des Vereins seit seiner Gründung im Jahr 1936. Die 20 Musiker schöpften die technischen und klanglichen Möglichkeiten ihrer Instrumente voll aus. Mit hoher Dynamik und Feingefühl präsentierte das Ensemble Jacob de Haans farbenfrohes "Contrasto Grosso".
Die tanzreiche Suite besteht aus drei Teilen, die alle durch Kontraste in Stil, Dynamik und Instrumentation gekennzeichnet sind. Renaissance-artige Fragmente erblühten in plastischer Vitalität. Eindrucksvoll, wie souverän und federleicht der Dirigent das Orchester in luftige Höhen emporhob.
Dann war es Zeit für den Solisten. Stas Venglevski reiht sich nahtlos in die Riege der Gaststars ein, die der Akkordeon-Club seit vielen Jahren seinem Publikum präsentiert. Man denke an das Konzert mit Vladimir Grachev im Herbst letzten Jahres, das ebenfalls von Eduard Ungefucht initiiert worden war. Nun also Vangelvski. Ein gebürtiger Moldawier, der an der russischen Musikakademie Moskau studiert und unter dem berühmten Bajan-Solisten Friedrich Lips seinen Abschluss gemacht hat. 1992 emigrierte er in die USA.
Heute leitet er eine Musikschule in Milwaukee, Wisconsin. Ein brillanter Musiker, Lehrer, Arrangeur und auch Entertainer mit einem breiten Repertoire eigener sowie klassischer, zeitgenössischer und traditioneller Musik aus der ganzen Welt.

Mit Charme, Humor und einer fesselnden Spieltechnik bezauberte er auch die Zuhörer in Schwanheim, wo ein beinahe volles Haus gespannt auf seinen Auftritt wartete. Die im Programmheft fixierte Dramaturgie schmiss Stas Venglevski sofort über den Haufen.

Er begann mit einer behutsamen Interpretation von Tschaikovskis wild mäandernden "Invitation Au Trepak". Eine Klavierkomposition, die auf dem Bajan enorm anspruchsvoll zu bewältigen ist. Vengelvskis Finger flogen blitzschnell über Knöpfe und Tasten bei diesem vitalen wie kontrastreichen Werk. Weiter ging es mit dem brasilianischen Tanz "Odeon" von Ernesto Nazareth. Auch hier erwies sich der Musiker als Magier am Knopfakkordeon. Sämtliche Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten wurden mit Kreativität und maximaler Freiheit ausgeschöpft.
So auch bei "La Campanella" ("Das Glöckchen") von Franz Liszt. Die 3. Etüde der "Six Grandes Etudes de Paganini" basiert auf einem Thema aus dem letzten Satz des Violinkonzerts h-Moll des Geigers Niccolò Paganini und begeisterte mit waghalsigen Staccato-Sprüngen und effektvollen Oktavwechseln. Das Bajan schien ein ganzes Orchester zu ersetzen.

Träge Elefanten und flinke Vögel
Allerlei Getier marschierte bei der Eigenkomposition "Carnival of Animals" auf die Schwanheimer Bühne. In fünf aufeinander folgenden Klangbildern spürte man träge Elefanten, flatternde Vögel und schleichende Katzen in einem effektgeladenen und atmosphärisch dichten Spiel in lautmalerischer Perfektion. Mit Venglevskis "Ice Meadow Song" wurde es etwas getragener.

Das motivisch rotierende, schnell gespielte "Perpetuum Mobile" ist eines der bekanntesten Werke des tschechischen Violinisten und Komponisten Ottokar Nováek, dem Stas Venglevski mit seiner Bajan zusätzliches Tempo gibt.

Die erste Hälfte beschloss er mit einem russischen Volkslied als kleine Hommage an seine Schwester, die am Wochenende extra für das Bensheimer Konzert aus dem russischen Murmansk angereist war.

Ensemble und Solist im Dialog
Nach der Pause servierte der Stargast weitere Eigenkompositionen wie den "Lyrical Waltz" oder die "Musette Caprice". Zum Finale gab es noch etwas Besonderes: Das Stück "Dialogues" von Viaceslav Gordzei war ein echter Höhepunkt für die Bensheimer Akkordeonisten und ein spannender musikalischer Dialog zwischen Ensemble und Solist. Es wurde 2015 speziell für Stas Venglevski und Eugen Negruta komponiert und von beiden Solisten zusammen mit dem moldawischen Weltklasse-Ensemble Concertino in der Schweiz uraufgeführt. Langer Applaus im Gemeinschaftshaus. Tritsch

Bergsträßer Anzeiger 30. Juni 2016:

Liebe zur Musik seit Kindertagen

Akkordeon-Club: Ehrungsfeier im Jubiläumsjahr / Viele halten dem Verein seit Jahrzehnten die Treue

50 Jahre Mitglied im ACB 2016, © Wagner
Für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft im Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim verlieh im Auftrag des Deutschen Harmonika-Verbandes Marc Fischer Urkunde und Ehrennadel in Gold an Hans Rüdiger Klein, Hannelore Schuster, Ursula Neudörfer, Renate Jahn und Ruth Ameis (v.l.). Foto: ACB

Bensheim. Der Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim (ACB) feiert dieses Jahr sein 80-jähriges Bestehen. Nach dem Start des Jubiläumsjahres mit der Konzert-Matinee im März kamen die Akkordeonisten nun in der Gaststätte Weiherhaus zusammen, um die Ehrung ihrer langjährigen Mitglieder zu begehen.

Ehrungen gibt es ab fünf und zehn Jahre Mitgliedschaft, in Dekaden aufsteigend. Die Zeremonie der überreichung von Urkunde und Ehren-Nadel in Silber oder Gold zelebrierten Marc Fischer im Auftrage des Deutschen Harmonika-Verbandes und Jürgen Schröder als Vorstandsmitglied des ACB.

Seit 1938 im Verein
Für die allermeisten der über achtzig Bensheimer Akkordeonisten begann die Liebe zur Akkordeon-Musik in der Kindheit, als sie bei Blau-Weiß ihren ersten Akkordeon-Unterricht erhielten. Eine Liebe fürs Leben. Sie halten dem Verein seit Jahrzehnten die Treue, sei es als aktive Spieler oder als passive Mitglieder.

Kein Wunder also, dass die Anzahl der zu Ehrenden beträchtlich war. Für fünf Jahre Mitgliedschaft konnten sieben Mitglieder geehrt werden, sieben weitere für zehn Jahre, dreizehn für 20 Jahre, fünfundzwanzig für 30 Jahre, fünf für 40 Jahre, sieben für 50 Jahre, drei für 60 Jahre und einer sogar für 78 Jahre: Willi Gondolph, der schon 1938 in den Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim eintrat.

Nüber dreißig aktive Akkordeonisten gehen seit vielen Jahren allwöchentlich zur Orchesterprobe oder spielen als Schüler im ACB. Als Aktive wurden geehrt: Pia Winnemöller, Petra Bartelt, Sara Weisenstein für fünf Jahre; Stephanie Wägner, Tim Häfner, Ingrid Tischner, Tobias Schreiber, Manfred Spitzner für zehn Jahre; Martin Pieroth, Stephanie Jacobi, Gerda Schmitt, Dr. Norbert Laskowski für 20 Jahre; Daniel Gumb, Thomas Ergler, Jürgen Schröder, Rolf Nothnagel, Tobias Bergemann, Albert Stein, Andreas Rossa, Ermelinde Falkner, Barbara Jakob für 30 Jahre; Bernward Pieroth, Hubert Rechel, Ilona Spitzner für 40 Jahre; Ursula Neudörfer, Hannelore Schuster, Hans Rüdiger Klein, Ruth Ameis, Renate Jahn für 50 Jahre; Maria Frehse, Heidi Räbiger und Heinz Schuster für 60 Jahre.

Da Akkordeon-Spieler sind nicht nur große Musikfreunde, sondern auch ein geselliges Völkchen sind, gestalteten sie ihren festlichen Abend als große, lockere Geburtstagsfeier mit leckerem Essen, Getränken und frohem Zusammensein. "An diesem Abend wollen wir uns ein bisschen selbst feiern", so der Vorsitzende des ACB Tobias Bergemann, "ein Grund zum Feiern findet sich ja immer, aber in diesem Jahr feiert unser Verein ja auch Jubiläum, und etliche von uns sind vielleicht nicht wenig überrascht, wie lange der Verein und vor allem die Menschen in diesem Verein schon Teil unseres Lebens sind. Wir wollen in unserem Jubiläumsjahr die Menschen im Verein feiern, und wir wollen insbesondere die Gelegenheit nutzen, den vielen fleißigen Helfern im Hintergrund, die mit ihrer Arbeit unserem Verein überhaupt erst das Leben möglich machen, den verdienten Dank auszusprechen."

Den würdigen Auftakt gab Eduard Ungefucht, Dirigent des 1. Orchesters, auf seinem Bajan mit Stücken von Tschaikowsky bis Musette. Zum gemütlichen Teil nach den Ehrungen ergriff Heinz Schuster, der nimmermüde Spiritus Rex des Hobby-Orchesters, Mikrofon und Akkordeon, um die ganze Gesellschaft auf eine fröhliche Liederreise zu nehmen. Mit Start "in Bensem uff de Brick" ging es mit Evergreens wie "O Sole Mio" ans Mittelmeer und mit dem Schneewalzer über die Alpen wieder zurück ins Hessische.

Es dauerte nicht lange, bis alle sangen und klatschen, es durfte auch geschunkelt werden. Anschließend sorgten die Mitglieder Bernd Rettig und Thomas Ergler auf ihren Akkordeons solistisch, im Duett und mit Schuster im Trio für Stimmung.

"War das schön, fast genauso schön wie früher", meinte Renate Jahn, die seit über fünfzig Jahren bei Blau-Weiß Akkordeon spielt. red

Bergsträßer Anzeiger 22. März 2016:

Akkordeon-Club Blau-Weiß: Matinee zum 80-jährigen Bestehen mit zahlreichen Gästen im Schwanheimer Dorfgemeinschaftshaus

Schwungvoller Start ins Jubiläumsjahr

Hobbies Matinee, © LOTZ
Mit einer Matinee im Dorfgemeinschaftshaus in Schwanheim leitete der Akkordeonclubs sein Jubiläumsjahr ein. Foto: LOTZ

BENSHEIM Stimmungsvoller hätte eine musikalische Begrüßung am Sonntagvormittag wohl kaum ausfallen fällen können: Der Akkordeon-Club Blau-Weiß Bensheim spielte die "Morgenstimmung" aus Edvard Griegs "Peer Gynt", die bis heute als eines der schönsten musikalischen Naturgemälde in der Kompositionsgeschichte gilt. Das Ensemble formte ein vielschichtiges melodiöses Geflecht, das die Zuhörer der Matinee im Schwanheimer Dorfgemeinschaftshaus mitriss.

Um derartige Klangräume facettenreich zu erschließen, ist mehr als nur Routine nötig. Das stellte das Akkordeon-Orchester gleich beim Einstieg im bis auf den letzten Platz besetzten Saal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das Publikum applaudierte begeistert.

Das Ensemble schlug einen Bogen durch unterschiedliche Stile und Genres. Dirigent Eduard Ungefucht führte die verschiedenen Formationen in einem berauschenden Parforceritt durch die verschiedenen Klangwelten: vom argentinischen Tango eines Piazzolla ging es zum Ragtime, vom Walzer No. 2 von Schostakowitsch zum Tango Villosa, geschrieben vom holländischen Komponisten Sytse Wagenmakers.

Zum Abschluss dann ein famos dargebotenes "Rhapsodia Andalusia" von Adolf Götz, der in den spanischen Impressionen ein dynamisches Tempo vorlegte und einen temperamentvollen Schlusspunkt unter ein durchaus ergreifendes Konzert in den Morgenstunden setzte.

Das Orchester setzt sich aus verschiedenen Formationen zusammen. Dazu zählt zum einen das Hobbyorchester, dass vor rund 30 Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Vor zwölf Jahren übernahm Heinz Schuster dessen musikalische Leitung. Er führte am Sonntag sicher durch die musikalischen Gefilde. Man präsentierte die Humoreske von Dvorak. Das heitere, bisweilen komische Instrumentalstück wussten die Akkordeonisten ebenso mit Esprit zu füllen wie einen Slowfox aus der Feder von Gershwin.

Zudem war das Elektronium-Trio zu hören. Das Instrument erweitert wesentlich die Klangvarianten im Zusammenspiel eines Orchesters. Das Trio servierte den Gästen ein vorzügliches Menü des Komponisten Klaus Dieter Ludwig, arrangiert vom Bensheimer Werner Mößinger, der einst selbst im Akkordeon-Club gespielt hatte. Durch die Matinee führte Bernd Rettig.

Geschichte in Bildern
Der musikalische Leckerbissen war gleichsam der Auftakt zu einem Jubeljahr, das mit einem Konzertreigen gefeiert wird. Moderator Bernd Rettig begrüßte unter den Gästen besonders die Stadtverordnetenvorsteherin Carola Heimann, den Kreisbeigeordneten Kurt Knapp, den Landtagsabgeordneten Peter Stephan sowie Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen. Am Rande der musikalischen Reise lief über Beamer die 80-jährige Geschichte des Vereins in Bildern ab, die die kulturelle Bedeutung des Ensembles früher wie heute zeigten.

"Wir sind stolz auf das Orchester in unseren Reihen", sagte Carola Heimann, die im Namen der Stadt gratulierte. Der Akkordeon-Club sei nicht nur fester Bestandteil in der Kultur der Stadt. Sie bezeichnete ihn als Botschafter für Bensheim, der die Stadt erfolgreich im Ausland präsentiert habe.

Auch in den Partnerstädten sei das Ensemble ein gern gesehener und -gehörter Gast. Besonders hob sie die Jugendarbeit hervor, die weit über die übliche Nachwuchsförderung hinausgehe. Man biete gar in der Joseph-Heckler-Schule eine Akkordeon-AG für die Grundschulkinder an. Ganz im Sinne des Dichters E.T.A. Hoffmann schloss sie ihre Rede: "Wo Sprache aufhört, fängt die Musik an."

Kurt Knapp überbrachte die Glückwünsche des Kreises. Er sprach von einer Bereicherung des kulturellen Lebens über Bensheim hinaus. Das Orchester habe weite Kreise selbst ins Ausland ziehen können und genieße auch im Wandel der Zeit einen hohen Stellenwert.

Eine Triebfeder im Akkordeon-Club war seinerzeit Willi Gondolph. Von 1969 bis 1973 führte er den Vorsitz. Im Rahmen der Matinee erzählte er einige Schmankerln aus dem Vereinsleben. Bereits Anfang der 60er Jahre führten Konzertreisen ins Ausland.

Blau-Weiß wurde zu einer Zeit gegründet, als die Akkordeon-Musik zur Mode wurde. überall in Deutschland taten sich Freunde der Instrumentalmusik zusammen und spielten zusammen in Orchestern. Zunächst beschränkte sich das Repertoire auf volkstümliche Melodien. Doch die Ensembles entwickelten sich weiter. Mittlerweile haben eine Reihe zeitgenössischer Komponisten Werke geschrieben, die die Vielseitigkeit dieses Instruments betonen.

Zwei Hessentage mitgestaltet
Der Akkordeon-Club blieb nicht stehen. 1956 richtete er zum ersten Mal einen Wettbewerb aus, bei dem der Musikpreis der Stadt Bensheim für Akkordeon verliehen wurde. Das musikalische Highlight wurde zur Tradition. Alljährlich fanden sich Orchester, Duos, Solisten und Vertreter der Kammermusik in Bensheim ein. 34 Mal richtete man den musikalischen Wettbewerb aus. 1989 wurde er eingestellt.

Zwei Hessentage gestaltete der Akkordeon-Club mit. Schwarz-Weiß-Bilder aus dem Jahre 1976 zeigen die Musiker bei der Eröffnungszeremonie. 2014 trat die Formation auf dem Marktplatz auf.

Der Akkordeon-Club beteiligte sich auch an der Verschwisterung mit Bensheimer Partnerstädten. Im Juni 1959 begleitete er die Jumelage in Beaune und trat als Repräsentant der Stadt auf. 1977 war er mit nach Amersham gereist, 1987 nach Mohács und 1989 nach Riva del Garda, um den Besiegelungen der Städtepartnerschaften einen musikalischen Gruß von der Bergstraße beizufügen.

Lebenswerk von Hans-Rüdiger Klein

Die Geschichte des Akkordeon-Clubs ist eng mit dem Namen Klein verbunden. 1973 übernahm Hans-Rüdiger Klein den Vorsitz und gab ihn erst vor wenigen Wochen an Tobias Bergmann ab.

Professor Dr. Matthias Hemmje, Vorsitzender des Deutschen Harmonika-Verbandes Südhessen, würdigte Kleins Verdienste im Rahmen der Matinee mit der Rudolf-Würthner-Medaille.

Dr. Hemmje betonte nicht nur die Strahlkraft, die der Akkordeon-Club Blau-Weiß weit über die Region hinaus entwickeln konnte. Er sprach von verdienten Persönlichkeiten, die den Verein vorangebracht haben. Dazu zählte er in erster Linie Hans-Rüdiger Klein, der sich für das "kulturell bedeutende Juwel" mit Herzblut eingesetzt habe. Er war im Landesverband wie auch im Deutschen Harmoniker-Verband aktiv. "Jetzt steht ein exzellentes Ensemble da", gratulierte er zu einem "Lebenswerk".

Dr. Hemmje zeichnete ihn im Namen des Deutschen Harmoniker-Verbandes aus. Die Rudolf-Würthner-Medaille werde nur selten vergeben: "Rüdiger Klein hat sie wie kein anderer verdient." Dabei verwies er auf die jahrzehntelange unermüdliche Arbeit für die Akkordeon-Musik. moni

Bergsträßer Anzeiger 05. Februar 2016:

Heckler-Schule: Vorspiel der Akkordeon AG begeisterte Zuhörer / Verein will Jugendarbeit reaktivieren

Mit flinken Fingern über die Tasten

Akkordeon AG, © Wagner
Abschlussvorspiel der Akkordeon-AG in der Joseph-Heckler-Schule. Foto: Ortrun Wagner

BENSHEIM Im Gymnastik-Saal der Joseph-Heckler-Grundschule Bensheim fand jetzt ein ganz erstaunliches kleines Konzert statt. Die Allerjüngsten aus den ersten und zweiten Klassen hatten zu einem Abschlussvorspiel ihrer Akkordeon-AG eingeladen, um zu zeigen, was sie in einem halben Jahr schon alles bei ihrem Akkordeon-Lehrer Marcel Weyrauch gelernt hatten. Und das war nicht wenig.

Voller Freude und ohne jegliches Lampenfieber spielten die vier kleinen Akkordeonistinnen gemeinsam drei Stücke von Sabine Kölz sowie die englische Volksweise "Merrily we roll along", musikalisch begleitet von ihrem jungen Lehrer, der sichtlich stolz war auf seine Schülerinnen, und das zu Recht. Schließlich ist es gar nicht so einfach, dem Instrument mit Ziehen und Drücken und dem Griff auf die richtigen Tasten im richtigen Moment die wunderbaren Akkordeon-Klänge zu entlocken.

Der Akkordeon-Pädagoge mit Studienabschluss an der Akademie für Tonkunst Darmstadt erläuterte den Anwesenden, wie er die Kinder in den vergangenen Monaten in die musikalischen Grundlagen des Akkordeon-Spiels und des Notenlesens eingeführt hatte. Das Auditorium, bestehend aus Eltern, Verwandten und Vertretern des Akkordeon-Clubs Blau-Weiß Bensheim (ACB) applaudierte begeistert. Die Zugabe-Rufe erfüllte das muntere Quintett mit drei weiteren Stücken. Am liebsten hätten die Kinder gar nicht aufgehört zu musizieren. Im zweiten Halbjahr beginnt eine neue Anfäger-AG. Wie Barbara Jakob vom Vorstand des ACB in ihrem Grußwort erklärte, möchte der Verein mit seiner neuen pädagogischen Initiative seine Jugendarbeit reaktivieren.

Leihinstrumente stehen bereit
Die Akkordeon-AG wird als Halbjahrreskurs der Heckler-Schule in Kooperation mit dem ACB angeboten. Der Akkordeon-Club stellt dafür seit Beginn des Schuljahres 2015/16 den professionellen Akkordeon-Lehrer, bei dem die Kinder auf Wunsch nach Abschluss der Schul-AG in Einzel- oder Gruppenunterricht auch weiter Akkordeon lernen können - zu günstigen Bedingungen im Rahmen des Vereins und wie gewohnt in den Räumen der Schule. Leihinstrumente stehen für AG und Unterricht bereit.

Der Akkordeon-Club biete auch ohne Vorlauf in einer AG Akkordeon-Unterricht mit günstigen Einsteiger-Tarifen für Unterrichtsanfänger und Fortgeschrittene, seien es Kinder, Erwachsene oder ein Elternteil mit Kind, die zusammen Akkordeon lernen wollen. red

Harmonika International 6/2015:

Akkordeonclub Blau-Weiß Bensheim und Bajan-Virtuose Vladimir Grachev ernten Beifallsstürme für gemeinsames Konzert

Vladimir Grachev, © Lotz
Das 1. Orchester des Akkordeonclubs Blau-Weiß Bensheim und Vladimir Grachev am Solo-Bajan präsentierten unter der Leitung von Eduard Ungefucht Gridins "Gypsy Rhapsody" als russisch-deutsche Premiere. Foto: Christoph Pabst

Stürmischer hätte die Begeisterung des Publikums kaum ausfallen können bei dem über zweistündigen Konzert, das der Akkordeonclub Blau-Weiß Bensheim (ACB) zusammen mit dem russischen Bajan-Virtuosen Vladimir Grachev am 2. September im ausverkauften Bürgerhaus Kronepark gab. Die zahlreich erschienenen Musikfreunde, Akkordeon-Fans und Fachleute aus der näheren Umgebung wie auch von weit her angereist, sparten nicht mit Anerkennung und Lob: "Beeindruckend, wie der Dirigent das Orchester im Griff hat", "Mit diesem Solisten ist ein großer Wurf gelungen". Ein schöner Erfolg für die Musiker und ihren Dirigenten Eduard Ungefucht, der seit einem Jahr das 1. Orchester des Vereins leitet und den Kontakt zu Grachev geknüpft hatte.

Das fein ausgewogene Programm wurde vom Akkordeonorchester eröffnete mit "Episodes" von Adolf Götz, die anspruchsvolle moderne Komposition sensibel pointiert vorgestellt und vom Publikum mit großem Beifall bedacht. Schwungvoll luftig-duftig folgte der zeitgenössische Walzer "Le Bal des Crinolines" von Celino Bratti, ehe der Solist als Star des Abends die Bühne betrat, herzlich mit Applaus begrüßt.

Wahrhaft meisterlich präsentierte Vladimir Grachev, einer der führenden Bajan-Virtuosen Russlands und Dozent am Staatlichen Konservatorium der Wolgastadt Saratov, seinen Solo-Part. Im ersten Teil brachte er Werke bekannter Komponisten zu Gehör, die aus der Zeit vor der Erfindung des Akkordeons stammen. Ursprünglich für Klavier, Orgel, Cembalo oder Streichinstrumente geschrieben, klangen sie aus der Hand Meisters wie neu geboren und so schön, dass die Komponisten ihre Freude daran gehabt hätten! Die Darbietung begann mit einer höchst individuellen, bewundernswert differenzierten Interpretation von Mozarts "Fantasie in d-Moll". Es folgten das wunderbare "Präludium und Fuge für Orgel in G-Dur" von Buxtehude, zwei erzählerisch und transparent gestaltete Werke von Dandrieu und Daquin, und schließlich von Rossini das lebhafte "Rezitativ des Figaro" mit seinen lustigen und überraschenden Wendungen.

Der zweite Teil des Konzerts gehörte der neueren russischen Original-Literatur für Bajan, das speziell in Russland entwickelte große Konzert-Akkordeon. Gelegenheit für den Künstler, die russische Seele hervor lugen zu lassen und sein ganzes virtuoses Können am Bajan auszuleben. Das Publikum war regelrecht zu verzaubert von den tiefgründig melodiösen Bearbeitungen russischer Volkslieder

Die Variationen über das Thema der Romanze "Schwarze Augen" aus der Feder des deutschen Akkordeon-Altmeisters Rudolf Würthner, bildete den musikalischen Brückenschlag zum großen Finale, dem gemeinsamen Auftritt der Instrumentalisten vom Akkordeonclub Blau-Weiß (am Schlagzeug Micha Farkas) und Vladimir Grachev am Solo-Bajan mit der Gypsy-Rhapsody des russischen Komponisten Viktor Gridin, die Vladimir Grachev speziell zum Auftritt in Bensheim für Solo-Bajan und Akkordeonorchester arrangiert hatte. Das feurige Stück, emotional und expressiv, riss die Zuhörer schier von den Sitzen. Ortrun Wagner